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Schlagwort: website

Jobcenter-Website auf Laptop und Handy

Barrierefreie Website für öffentliche Einrichtungen — am Beispiel Jobcenter Teltow-Fläming

Behörden, Ämter und Jobcenter müssen ihre Websites barrierefrei anbieten — seit Jahren Pflicht. In der Praxis hakt es selten am Willen, sondern an Formularen, PDFs und der Bedienung. Wie eine barrierefreie Behördenwebsite gelingt, zeige ich am Beispiel des Jobcenter Teltow-Fläming. Diese Website habe ich umgesetzt.

Was eine barrierefreie Behördenwebsite leisten muss

Grundlage sind das BGG, die BITV 2.0 und die EU-Richtlinie 2016/2102. Maßstab ist WCAG 2.1 AA. Dazu verlangt die BITV eine Erklärung zur Barrierefreiheit und einen Meldeweg für Barrieren — beides fehlt in der Praxis oft.

Für Bundes-Websites kommen Informationen in Deutscher Gebärdensprache und Leichter Sprache hinzu. Die Fristen laufen längst: neue Seiten seit dem 23. September 2019, ältere seit dem 23. September 2020. Mobile Apps folgen seit dem 23. Juni 2021.

Wo Behördenseiten am häufigsten scheitern

Die Barrieren sitzen fast immer an denselben Stellen. Formulare ohne klare Beschriftung und mit unverständlichen Fehlermeldungen. PDFs, die sich nicht vorlesen lassen. Menüs, die nur mit der Maus funktionieren. Zu schwache Kontraste und eine Struktur, die ein Screenreader nicht versteht. Diese Punkte prüfe ich zuerst, weil sie den größten Unterschied machen.

Wie ich an eine Behördenseite herangehe

Ich prüfe die Seite gegen WCAG 2.1 AA — automatisiert und von Hand, mit Screenreader und nur per Tastatur. Dann arbeite ich die Barrieren im Code ab und erstelle die Erklärung zur Barrierefreiheit samt Meldeweg. WCAG 2.2 ist bereits fertig, aber noch nicht Pflicht.

Reicht ein Overlay-Plugin für eine Behördenseite?

Nein, gerade hier nicht. Öffentliche Stellen müssen ihre Konformität in der Erklärung zur Barrierefreiheit belegen. Ein Overlay ändert den Code nicht und gilt dafür nicht als Nachweis. Warum das so ist, steht auf meiner Seite zur Barrierefreiheit.

Die Praxis: das Jobcenter Teltow-Fläming

Diese Seite ist zugleich die Fallstudie zum Jobcenter Teltow-Fläming, dessen Website ich barrierefrei umgesetzt habe. Im öffentlichen Sektor greifen die BITV-Anforderungen unmittelbar.

Ausgangslage

Das Jobcenter Teltow-Fläming ist eine öffentliche Stelle — hier zählt der barrierefreie Zugang, nicht die Sichtbarkeit bei Google. Auf der bestehenden Seite fehlten Alternativtexte für Bilder und aussagekräftige Linktexte. Die Kontraste waren zu schwach, und Menüs sowie das Kontaktformular ließen sich nicht durchgängig per Tastatur bedienen.

Was ich umgesetzt habe

Ich habe Alternativtexte für Bilder ergänzt, Linktexte aussagekräftig benannt und die Kontraste bis auf das strengere AAA-Niveau angehoben. Menüpunkte und das Kontaktformular habe ich vollständig tastaturbedienbar gemacht. Werkzeuge wie WAVE halfen beim systematischen Abarbeiten — bewertet und von Hand nachgetestet habe ich selbst, vor allem Tastaturbedienung und Formulare. Dazu kam eine veröffentlichte Erklärung zur Barrierefreiheit.

Ergänzend läuft ein Monitoring-Tool mit, das auf neu entstehende Barrieren hinweist. Es ändert nichts an der Seite: Die eigentliche Barrierefreiheit steckt im überarbeiteten Code — ein Plugin allein wäre kein Ersatz und kein Nachweis.

Ergebnis

Das Ergebnis ist überprüfbar: Ein Scan der Seite zeigt die umgesetzten Punkte, und die Erklärung ist online. Hundertprozentige Barrierefreiheit gibt es technisch selten — einzelne Punkte wie eingebettete PDF-Dokumente Dritter oder externe Kartendienste lassen sich nicht vollständig lösen. Wer die volle WCAG-Konformität belegen will, geht den Weg über einen vollständigen BITV-Test durch eine Prüfstelle. Das ist der nächste Ausbauschritt, oft auch eine Frage des Budgets.

Häufige Fragen

Gilt die Pflicht auch für Jobcenter und Kommunen?

Ja. Jobcenter und kommunale Stellen nehmen öffentliche Aufgaben wahr und fallen unter die BITV 2.0 bzw. die Landesgesetze, die darauf verweisen. Maßstab ist WCAG 2.1 AA, ergänzt um die Erklärung zur Barrierefreiheit und einen Meldeweg. Bundesstellen brauchen zusätzlich Gebärdensprache und Leichte Sprache.

Was gehört in die Erklärung zur Barrierefreiheit?

Sie nennt den Stand der Konformität, noch nicht barrierefreie Inhalte mit Begründung, geplante Korrekturen sowie einen Kontakt- und Meldeweg. Sie muss leicht auffindbar sein, etwa im Footer, und wird mindestens jährlich aktualisiert. So bleibt nachvollziehbar, woran gearbeitet wird.

Sind Gebärdensprache und Leichte Sprache Pflicht?

Für Websites des Bundes ja: Sie brauchen Informationen in Deutscher Gebärdensprache und in Leichter Sprache zu Aufbau und zentralen Inhalten. Für Länder und Kommunen richtet sich das nach dem Landesrecht. Sinnvoll ist beides fast immer, weil es echte Hürden senkt.

Reicht ein automatischer Test?

Nein — ein Scan deckt nur einen Teil der Kriterien ab. Ob Menüs, Formulare und Online-Dienste wirklich bedienbar sind, zeigt erst die Prüfung von Hand mit Tastatur und Screenreader. Genau an diesen Stellen scheitern Bürgerinnen und Bürger sonst zuerst.

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Fallstudie Ademotec: Online-Katalog und SEO für einen Hersteller von Solar-Unterkonstruktionen

Wie wird aus einer Firmenwebsite ein nutzbarer Online-Katalog, der Fachkunden die Auswahl erleichtert? Am Beispiel der Ademotec GmbH, einem Hersteller von Solar-Unterkonstruktionen aus Brandenburg, zeige ich, wie Aufbau, Produktbilder, Texte und SEO zusammenspielen.

Ein Hersteller mit vielen Varianten

Ademotec entwickelt und produziert Montagesysteme für Photovoltaik, also Solar-Unterkonstruktionen: Dachhaken, Modulklemmen, Schienen und Komplettsysteme wie Shora 4S. Verkauft wird direkt an Großkunden und über ein Händlernetz. Das bedeutet viele Varianten, technische Details und Datenblätter. Einkauf, Montageleitung und Vertrieb vergleichen Bauteile und brauchen Bild und Datenblatt sofort. Eine reine Angebotsseite leistet das nicht.

Produkte auffindbar machen — und bei Google sichtbar

Gesucht war eine Website, die Produkte strukturiert auffindbar macht und technische Informationen ohne Umweg zeigt. Und die bei Google gefunden wird — in Brandenburg und im Raum Potsdam. Aus der Firmenseite sollte ein echter Online-Katalog werden, den Fachkunden im Alltag nutzen.

Was muss ein Online-Katalog für Solar-Unterkonstruktionen leisten?

Er muss Varianten vergleichbar zeigen, Datenblätter sofort bereitstellen und für Google lesbar sein. Bei Ademotec habe ich das über vier Bausteine gelöst:

Konsistente Produktbilder durch Rendering

Die Produktbilder sind keine Fotos, sondern von mir gerendert. Ich habe die Materialien selbst angelegt, damit Aluminium echt nach Aluminium aussieht. Dazu kommen isometrische Ansichten und ein festes Setup aus Material, Licht und Kameraposition. So bleiben alle Varianten vergleichbar, und neue Produkte fügen sich nahtlos ein. Bei wechselnder Belichtung würde Aluminium mal hart, mal matt wirken — das verfälscht den Vergleich.

Produkttexte, die Fragen vorwegnehmen

Jede Beschreibung beginnt mit einer kurzen Funktionszeile (etwa Dachtyp oder Untergrund), dann folgen Spezifikationen in fester Reihenfolge, dann Anwendungshinweise. Ohne Marketing-Sprech. So findet der Einkauf die Variante, die Technik die Details.

Aufbau: Bilder und Datenblätter sofort sichtbar

Die Katalog-Startseite führt über Kacheln in die Kategorien. Auf der Produktseite stehen Bildgalerie und Datenblatt-Download oben — an immer derselben Stelle. Das spart Suchen, am Desktop wie auf dem Handy.

SEO und Technik

Saubere Titel, sprechende URLs, Breadcrumbs und interne Verlinkung machen Katalog und Produkte für Google lesbar. Die regionale Einordnung (Brandenburg, Raum Potsdam) ist in den Text eingebunden, keine angehängte Keyword-Liste. Komprimierte Renderings und Lazy Loading halten die Ladezeit niedrig.

Was sich nach dem Relaunch verändert hat

Nach dem Umbau zogen die Zahlen deutlich an. Die Sichtbarkeit bei Google (Impressionen) hat sich nahezu verdreifacht, die Anfragen etwa vervierfacht. Solche Werte schwanken im Solargeschäft saisonal — im Winter wird kaum gebaut —, der Trend war aber eindeutig.

Über die Website hinaus

Zum stimmigen Auftritt gehörte mehr als die Website. Auch den Messestand von Ademotec habe ich passend zum Webauftritt gestaltet. Dazu kamen die druckbaren Prospekte und Datenblätter für die Messe. Online und vor Ort ergaben so ein stimmiges Gesamtbild. Besonders beim i-Shelter habe ich danach eine deutlich höhere Nachfrage gesehen.

Häufige Fragen zum Online-Katalog

Was bringt ein Online-Katalog gegenüber einer normalen Produktseite?

Ein Katalog ordnet Varianten nach Produktlogik und stellt Bild und Datenblatt an fester Stelle bereit. Fachkunden vergleichen so schneller und finden Spezifikationen ohne Rückfrage. Eine reine Produktseite listet auf, ein Katalog führt zur Entscheidung. So sinken Rückfragen, und der Vertrieb spart Zeit.

Eignet sich ein Online-Katalog auch für kleinere Hersteller?

Ja. Entscheidend ist nicht die Größe, sondern die Zahl der Varianten und Datenblätter. Schon bei wenigen Produktfamilien lohnt sich eine klare Struktur mit konsistenten Bildern. Den Umfang stimme ich auf Ihr Sortiment ab, damit auch ein kleiner Katalog professionell wirkt.

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