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Künstliche Intelligenz von Microsoft: Tausendmal Gesicht erkennen

Für einige der Anwesenden dürfte es wie eine Drohung geklungen haben: „Auf der Bühne wird programmiert werden, live!“

Mit diesem Hinweis wollte Firmensprecher Frank Shaw Journalisten auf das vorbereiten, was sie am Mittwoch auf der Keynote zu Microsofts Build-Konferenz in Seattle zu sehen bekommen. Ganz überraschend war die Ankündigung aber nicht, schließlich ist die Build eine Entwicklerkonferenz – da geht es nun mal ums Programmieren von Software. Doch dieses Mal ging es um noch viel mehr.

Konzernchef Satya Nadella stieg allerdings erst mal mit ein paar Scherzen in die Veranstaltung ein. „Draußen ist so schönes Wetter, da haben wir uns gedacht, es wäre bestimmt eine gute Idee, euch alle in einen dunklen Raum zu holen und über die Cloud zu sprechen“, begann er seinen Vortrag vor mehreren Tausend Entwicklern.

Zumindest mit dem Wetter hatte er Recht. Pünktlich zum Konferenzbeginn verzog sich der für die Stadt typische Dauerregen und machte Platz für Sonnenschein und milde Temperaturen.

Aber Nadella erlaubte sich auch einen kurzen mahnenden Exkurs. Mit Blick auf Orwells „1984“ und Huxleys „Brave New World“ warnt er: „Es ist an uns, dafür zu sorgen, dass solche dystopischen Zukunftsvisionen nicht wahr werden.“

Dafür erntete er braven Applaus, leitete dann aber zum eigentlichen Programm der Keynote über – zu den den Werkzeugen, die Microsoft Software-Entwicklern schmackhaft machen möchte, damit sie mehr Microsoft-Dienste nutzen, mehr Software für Microsoft-Produkte schreiben.

Apps sollen schlauer werden

Das große Thema ist dieses Jahr künstliche Intelligenz (KI). Die großen IT-Konzerne, neben Microsoft also Google, Apple und Amazon, stecken Milliarden in die KI-Forschung und Entwicklung, betreiben riesige Rechenzentren, um ihren Kunden Dienste wie Apples Siri und Amazons Alexa bieten zu können. Normale Entwickler, auch wenn sie in Großunternehmen sitzen, können da nicht mithalten.

Doch das passt nicht zum Mantra von Microsoft-Manager Harry Shum. Er glaubt, dass Apps ohne KI in wenigen Jahren nicht mehr denkbar sein werden. Damit es soweit kommt, sollen Entwickler beim Windows-Konzerns KI-Dienste einkaufen.

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